Social Media erst ab 14?
Shownotes
Österreich plant ein Social-Media-Verbot unter 14. Die Europäische Kommission schlägt ein gestuftes Modell mit begrenzten Accounts für 13- und 14-Jährige vor. Und Australien verpflichtet große Plattformen bereits seit Dezember 2025 dazu, Accounts von Unter-16-Jährigen zu verhindern.
In dieser aktuellen Sonderfolge geht Bettina der Frage nach, was eine gesetzliche Altersgrenze tatsächlich leisten kann:
- Welche Regeln planen Österreich und die EU?
- Wie funktioniert das australische Modell?
- Warum sind 4,7 Millionen entfernte Accounts nicht gleichbedeutend mit 4,7 Millionen geschützten Kindern?
- Weshalb sank die Zahl eigener Accounts stärker als die tatsächliche Nutzung?
- Welche positiven und unbeabsichtigten Auswirkungen beobachten Familien?
- Wie kann eine Altersprüfung funktionieren, ohne alle Nutzer:innen vollständig zu identifizieren?
- Und warum muss sich die Debatte auch darum drehen, was Plattformen mit der Aufmerksamkeit und den Daten junger Menschen machen dürfen?
Der Gedanke, der bleibt:
Eine Altersgrenze kann eine Tür schließen. Ob dahinter wirklich ein sichererer digitaler Raum entsteht, entscheidet sich daran, was wir den Plattformen abverlangen.
Weiterführende Infos
- Österreichischer Ministerialentwurf 132/ME
- Österreichischer Entwurf und EU KIDS Act im Vergleich
- Vorschlag der Europäischen Kommission für den EU KIDS Act
- Australische Social Media Minimum Age Regelung
- Erste Drei-Monats-Ergebnisse aus Australien
- UNICEF zu Altersgrenzen und Kinderschutz
Transkript anzeigen
00:00:00: Australien hat es bereits getan.
00:00:04: Seit... ...zwanzig, fünfundzwanzig dürfen Kinder und Jugendliche in Australien die unter sechzehn sind dort keine eigenen Account mehr auf vielen großen Social Media Plattformen haben.
00:00:19: Österreich plant gerade die Grenze beführt, das hast du sicher in den Medien mitbekommen.
00:00:24: Und dann gibt's da noch die europäische Kommission.
00:00:28: Die hat gerade noch Ein drittes Modell vorgeschlagen, nämlich die wollen unter dreizehn überhaupt keinen eigenen Zugang haben.
00:00:38: Mit treizehn und vierzehn soll so ein beaufsichtigter oder begrenzter Account möglich sein und ab fünfzehnt dann ein komplett selbstständiges Konto.
00:00:50: Da gibt es jetzt also drei Altersgrenzen wenn wir Australien mitrechnen.
00:00:55: das heißt drei Modelle überall dieselbe Hoffnung.
00:01:02: Nämlich damit sollen Kinder besser geschützt werden.
00:01:08: und das klingt zunächst mal nach einer ziemlich einfachen Frage, nämlich nach der Frage ab welchen Alter sollte denn Social Media eigentlich erlaubt sein?
00:01:20: Aber je genauer man hinschaut meiner Meinung nach desto deutlicher wird es dass die Zahl allein wahrscheinlich nicht beantworten wird, wovor die Kinder geschützt werden sollen oder wie dieser Schutz letztendlich funktionieren soll.
00:01:39: und vor allem auch woran erkennen wir denn dann am Ende das es tatsächlich wirkt.
00:01:48: Manche Dinge scheinen ziemlich eindeutig bis man ein bisschen genauer hinschaut.
00:01:53: ich bin Bettina Couché und das ist ja aber den.
00:01:59: Für mich sind die Dinge selten so einfach, wie sie auf den ersten Blick aussehen.
00:02:06: Warum ist ein Verbot gerade etwas das so überzeugend klingt?
00:02:14: Die Frage habe ich mir in den letzten Tagen ziemlich oft gestellt.
00:02:21: Wenn wir heute über Kinder und Social Media sprechen dann dauert es meistens nicht besonders lang bis wird da eine Liste von Absolut ARGEN, um da anführungsströchen Risiken auf dem Tisch liegen haben.
00:02:38: Da kommen ganz schnell Themen wie Cybermobbing, Cybergrooming, Gewaltvideos, sexuelle Belästigung, unrealistische Körperbilder, Fake News und und und.
00:02:56: Und Plattformen die halt einfach sehr genau wissen.
00:03:02: Wie bringt man den Menschen dazu, sich noch ein Video anschauen zu wollen?
00:03:08: Und noch eins und noch eins!
00:03:10: Ja dann ganz kurz noch eins.
00:03:15: Diese Sorgen sind wirklich alle nicht aus der Luft gegriffen.
00:03:20: Die WHO die Weltgesundheitsorganisation hat in einer großen europäischen Jugendstudie berichtet, die ist tatsächlich schon etwas älter dass im Jahr, zwanzig, zweieinzwanzig rund elf Prozent der befragten jugendlichen Anzeichen einer wirklich problematischen Social-Media-Nutzung zeigten.
00:03:46: Und vier Jahre davor also, zwantech achten waren es sieben Prozent.
00:03:55: und ja natürlich muss man da jetzt auch ein bisschen in Betracht sehen.
00:04:00: Zwanzig zweiundzwanziger war noch mitten in Corona, das heißt auch da wird wahrscheinlich das ein bisschen ausschlaggebend gewesen sein.
00:04:14: Problematisch oder problematische Social Media Nutzung?
00:04:20: was bedeutet das?
00:04:21: Das bedeutet nicht einfach nur wie oft verwendet jemand Social Media sondern viel mehr.
00:04:28: ist da gemeint?
00:04:31: gibt es da irgendwie einen Muster wie zum Beispiel einen Kontrollverlust oder aber auch die Vernachlässigung von irgendwelchen anderen Aktivitäten.
00:04:42: Oder gibt es einfach wirklich schon messbare negative Folgen im Alltag?
00:04:50: und gleichzeitig ist für mich aber auch wichtig, was sagt denn diese Zahl nicht aus?
00:04:57: Ich habe vorher gesagt, elf Prozent da befragten!
00:05:01: Aber diese Zahl sagt nicht aus dass neunundachtzig Prozent scheinbar keinerlei problematische Erfahrungen gemacht haben.
00:05:12: Und sie sagt aber auch nicht aus, dass Social Media bei diesen elf Prozent automatisch die alleinige Ursache für jedes Problem ist!
00:05:26: Ich finde persönlich das das Zusammenhang zwischen Social Media und psychischer Gesundheit schon ein bisschen komplizierter ist, erhängt von vielen Leifaktoren ab.
00:05:36: Er hängt von der Person selbst ab.
00:05:40: Von den Inhalten ab!
00:05:42: Von der Art der Nutzung vom sozialen Umfeld und auch davon.
00:05:48: wie ging es denn dieser befragten Person vorher schon?
00:05:54: Und die amerikanische National Academy kam nach einer großen Sichtung des Forschungsstands zu dem Schloß, dass die bisherige Literatur eigentlich nicht belegt das Social Media auf Bevölkerungsebene einfach und eindeutig gesundheitliche Veränderungen bei Jugendlichen verursacht.
00:06:18: Das soll jetzt bitte keine Entwarnung sein sondern das bedeutet einfach nur aus es gibt reale Risiken kann man nicht automatisch Schluss folgern, wir kennen schon für jedes Kind dieselbe Ursache und dieselbe Lösung.
00:06:38: Und ja trotzdem ist der Wunsch nach einer ganz klaren Grenze absolut verständlich!
00:06:46: Derzeit wird meiner Meinung nach sehr viel Verantwortung auch bei Familien abgeladen.
00:06:51: Eltern sollen kontrollieren, was ihre Kinder da sehen und sie sollen einschätzen welche Plattformen in welchen Alter passt.
00:06:58: und am besten sollen sie halt auch noch wissen wie Empfehlungsalgorithmen funktionieren oder welche Einstellungen gerade geändert wurden und warum ein Video das irgendwie gestern noch harmlos gewirkt hat heute irgendwie in einen ganzen anderen vielleicht gefährlichen Feed führen kann.
00:07:21: Das ist schon ziemlich viel, was gefordert wird und ich verstehe es absolut dass sich Eltern oder Erwachsene Personen hier auch überfordert fühlen.
00:07:36: Und dann sollen Erwachsene auch noch Grenzen durchsetzen, während irgendwie rundherum gefühlter Freundeskreis der Kinder längst auf derselben Plattform unterwegs sind und wenn möglich das alles noch besonders konfliktfrei.
00:07:58: zu Hause abhandeln können.
00:08:00: Das ist, finde ich schon eine sehr große und bemerkenswerte Aufgabe für Menschen die weder einer dieser Plattformen gebaut haben noch irgendwie sehen können wie funktionieren denn dort die Regeln?
00:08:15: oder nach welchen Regeln werden dann dort die Inhalte tatsächlich ausgewählt?
00:08:21: Und ja, eine gesetzliche Altersgrenze kann deshalb schon etwas Wichtiges verändern weil Diese Altersgrenze sagt dann nicht mehr nur aus, hey Eltern passt halt einfach besser auf.
00:08:35: Sondern sie sagt am Ende des Tages ja auch hey Plattformen ihr tragt Verantwortung!
00:08:45: Der Ausdruck Social Media Verbot klingt als würde überall dasselbe vorgeschlagen werden.
00:08:53: Das stimmt aber eigentlich so nicht.
00:08:55: Denn wenn man sich den österreichischen Entwurf ansieht, dann richtet sich dieser Entwurf an bestimmte – ich nenne es jetzt mal Video-Sharing-Plattformen mit Funktionen die halt einfach als besonders problematisch gelten und dazu gehören zum Beispiel Empfehlungsalgorithmen von Plattformen, Inhalte von irgendwelchen fremden Personen ausspielen oder aber auch dieses automatische Abspielen von Inhalten und endloses Scrolling in irgendwelche Plattformen, aber genauso auch problematische Dinge wie Belohnungsmechanismen und Puschnachrichten usw.
00:09:44: Also einfach Dinge die Menschen halt immer wieder zurück auf die Plattform holen sollen!
00:09:50: Und betroffen wären aktuell Plattformen wie TikTok, Instagram, YouTube und Snapchat.
00:10:02: Im österreichischen Entwurf ist vorgesehen das unter vierzehnjährige dort gar keinen Zugang erhalten sollen.
00:10:10: Allerdings werden Messengerdienste wie WhatsApp von dem Ganzen nicht betroffen.
00:10:19: Und diese Altersüberprüfung soll jetzt aber nicht bedeuten, dass jede Plattform den Namen und das Geburtsdatum der Nutzer hinbekommt.
00:10:29: Sondern geplant ist tatsächlich ein System, das im besten Fall halt nur eine einzige Information bestätigt – und zwar die Information ist dieser Person alt genug ja oder nein!
00:10:41: Die ID Austria könnte eine Möglichkeit dafür sein, gleichzeitig soll es aber nicht verpflichtend werden... Das ist nämlich technisch und datenschutzrechtlich ein ganz entscheidender Punkt.
00:10:53: Eine Altersgrenze, die Kinder schützen soll darf nicht nebenbei ein System schaffen dem sich jeder Mensch im Internet auf einmal komplett und vollständig ausweisen muss.
00:11:08: Und wenn wir uns aber jetzt anschauen den Vorschlag der europäischen Kommission Die gehen tatsächlich ein bisschen anders vor die sagen okay unter dreizehnjährige sollen gar keinen eigenen Social Media-Account haben.
00:11:21: Mit dreizehn und vierzehn werden dann beaufsichtigter Account möglich, das heißt Eltern legen sie an die Nutzung soll begrenzt sein zeitlich und die Kontakte sollen eingeschränkt werden.
00:11:35: und ja personellifizierte Feed sollten ausgeschaltet sein.
00:11:41: Und die EU würde auch vorsehen dass ab fünfzehn dann ein selbstständiger Account möglich sein soll.
00:11:48: Also wenn man sich den Vorschlag der EU-Kommission anschaut, dann verbindet dort einfach die alte Stufe mit zwei weiteren Ebenen nämlich einerseits das Plattformen und andere digitale Dienste für Kinder sichergestaltet sein sollen also nicht nur bloß prüfen wie alt jemand ist sondern auch eben aufhören, jungen Nutzerinnen endlose Feeds zu geben.
00:12:21: Suchtfördernde Mechanismen weiterhin an diese NutzerInnen zur Verfügung zu stellen.
00:12:29: und auch die Connecte mit Fremden sollen hier ausgegrenzt zahlen.
00:12:35: Und das ist ein ganz wesentlicher Unterschied meiner Meinung nach weil eine Altersgrenze regelt.
00:12:41: in Wahrheit ja Wer darf denn durch eine Tür durch?
00:12:46: Also im übertragenen Sinn.
00:12:49: Aber wenn wir uns anschauen, was bedeutet den sicher gestaltet dann fragen wir auch okay Was wird denn hinter dieser Türe durch die ich durch darf überhaupt angeboten?
00:13:05: Beide Vorschläge sind aktuell.
00:13:10: Währenddich diese Aufnahme mache noch Vorschlage.
00:13:14: Wir haben heute den XXI.
00:13:16: September und tatsächlich endet heute in Österreich am
00:13:20: XXI.,
00:13:21: die Begutachtungsfrist, der EU-Vorschlag muss erst die europäische Gesetzgebungsverfahren durchlaufen und außerdem ist jetzt aktuell gerade noch offen wie sich die beiden vorhaben denn dann zukünftig rechtlich zueinander verhalten werden.
00:13:39: also das heißt in Österreich gilt derzeit noch kein neues gesetzliches Social Media-Verbot unterführt sind.
00:13:46: Aber die Debatte, die wir hier führen ist halt längst real.
00:13:50: und damit möchte ich nochmal nach Australien schauen weil dort wurde diese Social Media Minimum Age Regelung ja bereits im November zwanzig vierundzwanzig beschlossen.
00:14:04: in Kraft getreten ist sie dann über ein Jahr später nämlich Ende zwanzich fünfundzwantig.
00:14:13: Wenn wir eben darauf schauen, wie haben jetzt die Betämmer das bedeutet?
00:14:17: Jetzt wo ich diese Folge aufnehme ist in Australien.
00:14:21: Das Social Media-Verbot unter sechzehn sei gut neun Monaten in Kraft getreten also noch nicht ganz ein Jahr und viele Plattformen, viele große Plattforms mussten dort angemessene Schritte setzen damit eben Menschen unter sehzehn keine eigenen Erkanzführung können.
00:14:39: Und in Australien zählen da so Plattformen dazu wie Facebook.
00:14:45: zugegebenermaßen, das ist meistens für diese Zielgruppe eh nicht mehr besonders interessant aber Facebook zählt dazu Instagram Snapchat TikTok YouTube X Reddit Threads und Twitch.
00:15:00: und wichtig ist halt auch hier zu sagen bestraft werden die Eltern und auch nicht die Kinder wenn sie auf solchen Plattformen unterwegs sind, obwohl das Alter der Kinder noch nicht echten ist.
00:15:16: Sondern die Verpflichtung liegt tatsächlich bei den Plattformern.
00:15:18: Also unter sechzehnjährige dürfen weiterhin öffentlich zugängliche Inhalte sehen für die halt kein Account notwendig ist und Messengerdienste und viele Online-Spiele und Bildungs- und Gesundheitsangebote fallen nicht automatisch unter diese Beschränkung.
00:15:37: Australien hat also etwas ins Leben gerufen, dass man unter dem Titel das Internet ist für Kinder generell verboten setzen kann.
00:15:47: Sondern es hat einfach den Plattformen konkrete Pflichten auffälligt.
00:15:52: Nämlich verhindert ich als Plattform, dass Untersechzehnjährige bei bestimmten Angeboten eigene Erkrankte haben können.
00:16:04: und Wenn man sich so die Zahlen anschaut, dann waren die ersten Zahlen schon sehr beeindruckend und sehr groß.
00:16:11: Weil Mitte Dezember twenty-fünfundzwanzig wurden nach Angaben der Plattformen rund vier Kommassiven Millionen Account entfernt bzw deaktiviert oder auch beim Zugriff beschränkt.
00:16:29: Aber vier Komma sieben Millionen, das hört sich nach so einer Zahl an.
00:16:33: So wow!
00:16:36: Und ja es ist eine große Zahl.
00:16:37: aber ich finde trotzdem es lohnt sich auch hier genauer hinzuschauen weil... ...vier Komma Sieben Millionen Accounts bedeutet nicht zwingender Maßen Vier Kommas sieben Mio.
00:16:50: Kinder sind jetzt besser geschützt oder Jugendliche sind jetzt Besser geschützten.
00:16:54: Es war tatsächlich ja so und das ist ja auch bei uns in Wahrheit immer so.
00:16:58: ein junger Mensch hat oft nicht nur einen Account auf einer Plattform, sondern vielleicht mehrere.
00:17:05: Davon sind manchmal manche Accounts gar nicht mehr aktiv und die Zahl allein sagt halt noch gar nicht so gut aus, finde ich wie die Altersprüfung funktioniert hat.
00:17:17: Bis Anfang März, zwanzig sechsundzwanzig kamen dann nochmal an die dreihunderttausend weitere Accounts dazu deren Zugriff verhindert wurde.
00:17:29: Das zeigt für mich, das Gesetze in Australien hat durchaus etwas im Bewegung gesetzt.
00:17:36: Was es allerdings noch gar nicht zeigt ist geht's den Kindern und Jugendlichen dadurch jetzt besser?
00:17:44: Wären sie langfristig gesünder sein?
00:17:47: sind die langfristige sicherer und zufriedener?
00:17:51: sondern es zeigt halt einfach mal nur okay wie viele erkanntes gibt mittlerweile nicht mehr.
00:17:58: Inzwischen gibt es auch eine erste größere Auswertung von einer australischen Aufsichtsbehörde, der E-Safety.
00:18:07: Da ist es so dass mehr als viertausend Kinder und jeweils ein Elternteil dazu oder eine Betreuungsperson dazu über zwei Jahre hinweg begleitet werden.
00:18:20: Die haben mir jetzt die ersten Ergebnisse veröffentlicht und in diesen ersten Ergebnissen werden die Situationen der Teilnehmer vor dem Staat vergleichen mit denen rund drei Monate danach.
00:18:39: Und da sieht man, dass vor dem Verbot ungefähr zweiundfünfzig Prozent der zehn bis fünfzehnjährigen Kinder mindestens einen Account auf einer der betroffenen Plattformen hatten, nämlich einen eigenen Account.
00:18:55: Und drei Monate später waren es ungefähr zweiundvierzig Prozent.
00:19:01: Ja ist ein klarer Rückgang aber das zeigt halt gleichzeitig auch wieder dass immer noch vier von zehn Kindern einen eigenen account haben obwohl sie laut Regierung eigentlich keinen Namen sollten.
00:19:21: Und noch deutlicher wird halt diese Lücke bei der tatsächlichen Nutzung, weil da hat man auch gesehen vor dem Start haben knapp sechsohnundachzig Prozent der Kinder mindestens eine der betroffenen Plattformen benutzt.
00:19:38: drei Monate danach waren es immerhin noch eighty-one Prozent.
00:19:44: also die Account sind zwar weniger geworden Aber die Nutzung im Vergleich dazu ist nur gering gesunken.
00:19:53: Und das ist jetzt gar kein so überraschender Widerspruch, wenn man da genauer hinschaut.
00:19:59: Warum nicht?
00:20:02: Einerseits deswegen Kinder können halt öffentliche Inhalte auch gut ohne Account anschauen.
00:20:09: Das sieht man noch jetzt schon.
00:20:11: Wenn ich etwas suche brauche ich nicht zwingendermaßen auf die Plattform gehen sondern Ich kann über Google ganz viele Dinge abrufen.
00:20:21: und was halt auch passiert ist, was man da gesehen hat.
00:20:25: Sie können einen Account behalten weil der von der Plattform nicht als ein Account einer Person die nicht alt genug ist erkannt wurde.
00:20:39: genauso gut mit einem neuen Konto, mit einem anderen Geburtsdatum sich wieder einlocken.
00:20:46: oder sie können fremde Geräte verwenden.
00:20:49: Oder gemeinsam Accounts verwenden oder aber halt Altersprüfungen so lang wiederholen bis sie denn dann irgendwann mal durchkommen.
00:20:59: Man hat das ja auch bei uns gut gesehen.
00:21:01: Es gibt ja auch Plattformen, die schon damit gearbeitet haben eine Altersverifizierung durchzuführen.
00:21:10: Ich möchte mich da zum Beispiel zurückerinnern an die Spieleplattform Roblox, die eingeführt hat einer Alters-Verifizierung wo Kinder oder User und Userinnen dazu aufgefordert worden sind Foto von sich hoch zu laden und mittels KI wurde dann eine Altersverifizierung vorgenommen.
00:21:36: Und was ist tatsächlich passiert?
00:21:38: Erstens mal war diese KI schlecht, hat sich sehr oft... sehr verschätzte.
00:21:44: bei der Altersverifizierung hat man vor allem gesehen, beim Menschen die vielleicht eine etwas dünklere Hautfarbe hatten.
00:21:54: Da wurden schnell mal drei vier fünf Jahre dazu geschätzt.
00:21:58: genauso hat man aber auch gesehen dass Mädchen wenn sie sich dann ein bisschen geschminkt haben oder so auch automatisch ein wenig älter geschätzten wurden.
00:22:09: also Um es kurz zu fassen, diese Altersverifizierung hat einfach total schlecht funktioniert.
00:22:14: Und immer wieder wenn ich Workshops in Schulen mache erzählen zum Beispiel Kinder auch ganz stolz dass sie das Foto von Mama oder Papa verwendet haben und sich damit halt irgendwo angemeldet haben.
00:22:29: So was wird man wahrscheinlich so einfach nie ausschließen können also wenn rein die Alters Verifizierungen auf irgendwelchen Bildern passiert.
00:22:38: Und ja, auch das ist etwas was man in Australien immer wieder festgestellt hat oder was die australische Aufsicht festgestellt hatte.
00:22:46: Dass es bei mehreren Plattformen Lücken gab wie man trotzdem als untersechzehnjähriger einen Erkrankter stellen konnte.
00:22:56: und ja teilweise hat man auch gesehen dass die Kinder- und Jugendlichen dieselbe Altersprüfung wirklich mehrmals versucht haben und schließlich irgendwann einmal ein Ergebnis erreicht haben, wo sie auf über sechzehn eingestuft wurden.
00:23:12: Und ja natürlich können Eltern das dann melden aber Meldewege sind halt manchmal einfach nicht so leicht auffindbar oder auch vielleicht nicht so schnell wirksam wie man es gerne hätte.
00:23:25: Und wenn man nochmal ein wenig so nach Australien schaut, gerade bei Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok und YouTube hat die Behörde zum Beispiel für sich definiert dass sie genug Anlaster zu haben die Einhaltung der Altersbeschränkung von Sechzehn genauer zu untersuchen.
00:23:49: Das australische Beispiel beweist es halt weder dass das Verbot super gut funktioniert, noch beweist es aber auch, dass das verbot nicht funktioniert sondern meines Erachtens zeigt einfach etwas viel Konkretteres.
00:24:04: Nämlich ein Gesetz kann zwar die Zahl der Accounts senken, die User innen haben, aber ob's den Zugang tatsächlich begrenzt hängt halt von wesentlich mehr ab zum Beispiel davon ab, wie konsequent verändern Plattformen ihr System und wie gut werden die Regeln durchgesetzt.
00:24:31: Spannend sind auch aus meiner Sicht die Erfahrungen der Familien in Australien weil fast zwei Drittel der befragten Kinder- und Jugendlichen haben nach drei Monaten gesagt Die Regelung, die neue hat auf ihr Leben eigentlich überhaupt keine Auswirkungen gehabt und das passt halt auch dazu dass viele weiterhin einfach einen Zugang zu diesem Plattform hatten.
00:25:00: Manche Eltern wiederum berichtet aber schon davon, dass sie positive Veränderungen gemerkt haben wie zum Beispiel weniger Bildschirmzeit oder mehr Zeit mit Familie und mit Freundinnen.
00:25:12: Und ja, eine gesetzliche Grenze kann familiäre Vereinbarungen unterstützen.
00:25:17: Gar keine Frage statt dass Eltern allein als die ewigen Spielverderber innen dastehen.
00:25:24: Aber es gab auch die Eltern, die tatsächlich so ihre Sorgen beschrieben haben nämlich darüber das sie Angst haben, dass ihre Kinder sozial isoliert sind oder aber auch darüber dass Sie Angst haben dass Ihre Kinder die Nutzung jetzt noch stärker verheimlichen.
00:25:42: und Man hat auch gemerkt, dass die Wahrnehmung der sozialen Norm langsam begonnen hat sich leicht zu verändern.
00:25:50: Und ja weniger Kinder glaubten das ohnehin fast alle gleichaltrigen Social Media nutzen und weniger Eltern empfanden dadurch auch Druck, dass ihr eigenes Kind dasselbe dürfen muss wie alle anderen.
00:26:05: Das ist schon interessant weil Regeln nicht nur den einzelnen Zugang verändern können und das ist etwas, was ich hier bei uns ganz oft bei Elternabenden höre oder auch in Gespräch mit anderen Familien höre.
00:26:21: Da ist ewig dieser Druck dass die Kinder nach Hause kommen mitsetzen wie ja alle anderen dürfen das auch nur ich nicht.
00:26:28: Und natürlich ein allgemeines Verbot für etwas würde zumindest diesen Punkt erleichtern.
00:26:36: Und ja, das kann natürlich dadurch dann auch verändern was in einer Gruppe einfach als selbstverständlich gibt.
00:26:44: Weil wenn niemand in einer Klasse einen Account haben darf wird aus alle anderen dürfen aber eher zumindest ein etwas schwierigeres Argument zu Hause.
00:26:54: Zwar nicht unmöglich, aber immerhin schwieriger und gleichzeitig um nochmal auf Australien zurückzukommen wurde auch etwas sichtbar, dass man meiner Meinung nach wirklich ernst nehmen sollte.
00:27:10: Nämlich hat man gesehen das Wissen der Eltern darüber wie ihre Kinder-Socialen mit ihr nutzen teilweise wirklich zurück ging weil wenn diese Nutzung in innerfützelle oder heimliche Wege ausweicht dann kann die Grenze paradoxerweise dazu führen, dass Erwachsene noch weniger mitbekommen.
00:27:37: Und das soll jetzt wirklich auch überhaupt kein Argument dafür sein jede Grenze irgendwie aufzugeben.
00:27:43: aber aus meiner Sicht ist es einfach ein Argument da für einen Verbot unter gar keinen Umständen mit Begleitung zu verwechseln was wir noch gar nicht wissen.
00:27:59: Wie schaut es denn zukünftig aus?
00:28:01: Ich habe vor ein paar Minuten gesagt, diese australische Untersuchung soll über zwei Jahre laufen.
00:28:08: Und die bisher veröffentlichten Daten stammen eben aus den ersten drei Monaten, die diese Untersuchungen gelaufen ist und damit lässt sich meiner Meinung nach noch nichts wirklich seriös beantworten.
00:28:22: also weder kann ich mit den Daten von drei Monaten beantwortet ob denn dieses verbote Depressionen, Angst, Schlafprobleme, whatever langfristig reduzieren wird.
00:28:35: Ich kann sagen okay in den drei Monaten wurde das beobachtet.
00:28:39: ob das eine langfristige Auswirkung hat?
00:28:42: Kann ich damit noch überhaupt nicht irgendwie feststellen und eine Regelung kann nur dann wirklich gesundheitlich wirken wenn hier mehrere Schritte tatsächlich funktionieren.
00:28:56: Das heißt, rein nur mit diesem Verbot werde ich noch keine Lösung irgendwie schaffen was man aber schon sagen kann.
00:29:05: Plattformen müssen es schaffen dass sie das Alter zuverlässig erkennen.
00:29:11: Kinder müssen dadurch aus meiner Sicht weniger mit riskanten Funktionen oder mit Inhalten in Kontakt kommen und die Nutzung darf einfach nicht zu schlechter regulierten Angeboten abwandern.
00:29:27: Weil das ist ja die große Gefahr, die jetzt doch besteht dass irgendwelche großen Plattformen unter Anführungsstrichen bestraft werden, sanktioniert werden und dann aber andere Plattforme vielleicht gar nicht mehr am Schirm sind und sich Dinge einfach dorthin verlagern.
00:29:45: Also ich denke die Veränderung muss einfach lang genug bestehen damit man sehen kann, wie das aufs Wohl und den Alltag auswirkt.
00:29:58: In Australien sieht man bereits jetzt schon beim ersten Schritt, dass deutliche Lücken sichtbar waren.
00:30:13: Man sieht einfach, es war keine große Erfolgsgeschichte dieses Social Media-Verbot in Australien.
00:30:21: Ich finde es auch ein bisschen schwierig zu sagen, okay die Accounts sind zurückgegangen und das ist ja schon ein Erfolg an sich.
00:30:31: Ja natürlich ist es ein Erfolg wenn es weniger Accounts gibt von Kindern und Jugendlichen.
00:30:37: aber das ist halt auch nicht das Ende der Fahnenstange sondern da braucht's noch wesentlich mehr und einen Rückgang von.
00:30:46: ich habe es vorhin schon gesagt meines Erachtens keine vollständige Umsetzung.
00:30:54: Aber natürlich auf der anderen Seite ist es auch nicht nichts, also du siehst schon oder du hörst schon da... Da ist noch ganz viel offen und da ist noch sehr vieles nicht bis zum Ende durchdacht oder umgesetzt etc.. Was mir aber ganz wichtig ist wenn's um dieses Social Media Verbot geht zu sagen ich bin wirklich, wirklich überzeugt davon, dass wir Kinder und Jugendliche schützen müssen.
00:31:22: Aber gleichzeitig bin ich auch genauso überzeugt, das wir unter den Schutzdeckmantel und der Anführung strichen nicht aus den Augen lassen sollten, dass es nicht bedeuten darf wenn wir Jugendlichen schützen, dass wird junge Menschen dadurch unsichtbar machen.
00:31:44: Und was meine ich damit?
00:31:49: Social Media ist für junge Menschen nicht nur ein Ort voller Risiken.
00:31:55: Und das ist mir wirklich ganz wichtig zu betonen, sondern social media ist für jungen Menschen auch ein sozialer Raum.
00:32:02: Das können andere Generationen so nicht eins zu eins verstehen oder wie auch immer die sind einfach anders aufgewachsen.
00:32:15: da war der soziale Raum über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte ein Analogeraum und Kinder- und Jugendliche die in den letzten fünfzehn Jahren oder vielleicht sogar auch länger auf die Welt gekommen sind.
00:32:34: Die sind einfach anders aufgewachsen.
00:32:36: Für sie gibt es diese Trennung zwischen analogen und digitalen Raum eigentlich nicht mehr.
00:32:45: Für die ist einfach alles ein sozialer Raum.
00:32:48: Auch Social Media ist ein sozialer Raum, wo Freundschaften gepflegt werden.
00:32:52: Wo sie Informationen finden, wo sie Interessen teilen und da lernen Sie vielleicht auch Gemeinschaften kennen die es im Ummittelbahnumfeld vielleicht so nicht gebe.
00:33:06: Und gerade für Jugendliche, die halt isoliert sind oder zu einer eher marginalisierten Gruppe gehören könnten genau diese Verbindungen halt wahnsinnig wichtig sein.
00:33:20: Und die UNITEV zum Beispiel weist genau deshalb auch darauf hin, dass pauschale Altersbeschränkungen am Ende des Tages auch unbeabsichtigte Folgen haben könnten.
00:33:34: also so wie ich es vorhin noch schon gesagt habe Es könnte passieren das Kinder auf weniger regulierte Plattformen ausweichen.
00:33:43: Es könnte aber auch passieren, dass sie wichtige Informationsangebote oder Unterstützungsangeboter verlieren.
00:33:52: Oder Sie melden halt Probleme nicht mehr weil Sie fürchten das Sie zuerst mal erklären müssen.
00:33:59: warum waren Sie denn überhaupt dort wo Sie waren?
00:34:02: Das bedeutet jetzt aber bitte nicht, dass ich sage zu Herrn Hausnummer, da sind zwölf jähriger einen Anspruch auf eine unbegrenzten, personalisierten TikTok-Feed haben soll.
00:34:16: Das möchte ich damit überhaupt nicht sagen!
00:34:20: Aber für mich bedeutet es halt einfach dass wir schon daran messen müssen ob Kinder tatsächlich sicherer werden also nicht bloß daran ob sie aus dieser offiziellen Accountstatistik verschwinden so wie man's in Australien einfach gesehen hat.
00:34:38: Und es bedeutet für mich aber auch, dass wir junge Menschen in die Entwicklung solcher Regeln mit einbeziehen sollten.
00:34:47: Weil sie sind die ersten, die umgehungswege finden oder Sie sind die Ersten, die den sozialen Druck und auch die Bedeutung dieser Räume häufig besser kennen als die Erwachsenen, die über diese Regelungen entscheiden.
00:35:08: Ja, wenn wir beim Thema Altersprüfung sind dann muss man auch sagen Altersbrüderer Prüfung betrifft uns alle.
00:35:16: Weil eine praktische Frage bleibt halt bei jedem dieser Modelle.
00:35:21: Woher weiß am Ende des Tages eine Plattform?
00:35:25: Ob jetzt jemand vierzehn, fünfzehn-, sechzehn oder wie alt doch immer ist.
00:35:30: Eine Zahl beim Anmelden wird zukünftig einfach nicht mehr reichen.
00:35:36: Also es wird nicht mehr reichen, dass ich da ein Geputzdatum eingeb.
00:35:41: Das hat man ja in der Vergangenheit gesehen.
00:35:42: ganz viele haben einfach irgendein Geputztatum eingegeben sondern es wird ja überlegt wie kann dieses eingegibene Datum überprüft werden?
00:35:51: und mögliche Verfahren arbeiten aktuell mit Auswestdokumenten oder mit staatlichen digitalen Identitäten mit Gesichtsschätzung so wie ich es vorher gesagt habe von Roblox oder aber mit anderen vorhandenen Daten über das Konto.
00:36:10: Jede Einzelne dieser Methoden hat aber Grenzen und dass was halt am zuverlässigsten Informationen liefern würde, ein Ausweis zum Beispiel, liefert dann einfach nicht nur das Geburtsdatum sondern auch ganz viele andere sensible Daten oder Informationen.
00:36:31: Das war zum Beispiel in Australien interessant, weil in Australiens hieß es ja man muss halt irgendwie Daten bekannt geben und das war für die Erwachsenen so lange bis es hieß okay aber auch ihr müsst euch in Zukunft ausweisen um nachweisen zu können wie alt ihr seid.
00:36:52: Und da war dann auf einmal diese Aufruhe groß weil offensichtlich ist es okay die Informationen der Kinder öffentlich zu machen, aber die eigenen Informationen wollten australische Erwachsene dann halt doch nicht unbedingt preisgeben.
00:37:08: Und ja das sind am Ende des Sages ganz viele Fragen wie genau soll man zukünftig verlässlich Echte Daten weitergeben.
00:37:25: Die EU arbeitet derzeit an einer wirklich datenspaßamen Lösung, also da geht es nicht darum irgendwie Fotos oder sonst irgendwas hochzuladen sondern da soll in einer Plattform einfach nur bestätigt werden dass diese nötige Altersgrenze erreicht ist ohne Namen, ohne Geburtsdatum und irgendwelche anderen Informationen darüber wo dieser Nachweis sonst irgendwie noch verwendet wurde.
00:37:51: technisch soll dabei zum derzeitigen Zeitpunkt, also zum Wissenstand per heute eine sogenannte Zero Knowledge Verfahren eingesetzt werden.
00:38:08: Das Prinzip dahinter ist eigentlich einfacher als der Name sagt nicht mehr aus als ich kann beweisen dass meine Aussage stimmt ohne alle Daten auf und zu legen, auf denen sie beruht.
00:38:24: Also vereinfacht gesagt sagt dieses Verfahren einfach nur ich bin alt genug ohne aber automatisch noch zu sagen wer ich bin und wann nicht genau geboren wurde.
00:38:38: ob solche Systeme im Alltag tatsächlich zuverlässlich und zugänglich und wirklich datenspaßam funktionieren das wird sich halt einfach erst zeigen.
00:38:49: Aber die Richtung ist einfach entscheidend.
00:38:52: Ich finde persönlich Kinderschutz und Tatenschutz dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen.
00:39:06: Wir müssen auch über die Altersgrenze selbst uns Gedanken machen, und egal ob diese Altersgrenze jetzt ist, biologische Zauberlinie, nennen wir es einfach mal so.
00:39:27: Weil ganz ehrlich was passiert mit dreizehn vierzehn fünfzehn sechszehn?
00:39:34: Egal ob dieser Mensch jetzt dreizehn ist oder sechzehn ist er wird an seinem Geburtstag nicht plötzlich wach werden und einen vollständig ausgereiften Umgang mit irgendwelchen Social Media Apps haben, er wird nicht an dem Tag auf einmal gut mit Empfehlungsalgorithmen oder Gruppendruck oder was auch immer umgehen können.
00:40:00: Mir ist schon klar eine gesetzliche Altersgrenze funktioniert anders.
00:40:04: sie legt irgendeinem wo eine gemeinsame Schutzlinie fest.
00:40:07: gar keine Frage.
00:40:08: das Konzept habe ich verstanden.
00:40:11: aber so wie es in vielen anderen Bereichen auch getan wird, müssen wir uns halt auch die Entwicklung anschauen und also eines Menschen anschauen.
00:40:22: Und die Entwicklung ist einfach nicht bei allen Menschen am gleichen Tag gleich gut abgeschlossen.
00:40:29: Natürlich kann diese Linie sinnvoll sein aber sie ersetzt halt einfach auch nicht.
00:40:34: was muss davor?
00:40:36: Was muss danach passieren?
00:40:38: Ich kann nicht kin und Jugendliche Medienpädagogisch überhaupt nicht begleiten und dann an einem Stichtag X, was auch immer das jetzt für ein Stichtag sein soll.
00:40:52: Der dreizehnte, vierzehnte, fünfzehntende, sechzehnte Geburtstag.
00:40:54: Whatever!
00:40:55: Da lege ich den Schalter um und da verlange ich von ihnen dann dass sie voll medienkompetent sind.
00:41:02: Das wird einfach nicht funktionieren.
00:41:05: Das heißt... Auch vor dieser Grenze brauchen Kinder eine Altersgerechte, digitale Welt in der sie sich bewegen können.
00:41:17: Sie brauchen Medienbildung und sie brauchen Erwachsene mit denen sie über ihre Erlebnisse sprechen können.
00:41:24: Und das was sie da vorbrauchen, brauchen sie danach in einer anderen Form genauso.
00:41:30: also wenn sie denn dann Social Media offiziell nutzen dürfen auch Dann brauchen sie weiterhin noch Schutz vor irgendwelchen manipulativen Gestaltungsarten oder von problematischen Inhalten und Kontakten usw.
00:41:48: Das heißt, auch da gehören Kinder- und Jugendliche gut begleitet.
00:41:52: Und was nicht passieren sollte ist das... Plattformen nach einem gewissen Stichtag, bleiben wir jetzt zum Beispiel bei Australien.
00:42:03: Plattforme sollten nicht am sechzehn Geburtstag eines Menschen sagen dürfen, gut!
00:42:10: Jetzt bist du sechzer und jetzt darfst du uns benutzen und ab jetzt ist alles wieder komplett frei eingeschalten.
00:42:15: also du hast wieder die vollen Risiken von Endlos-Feeds, du hast voll personalisiert, Empfehlung spiralen und unter.
00:42:28: Das wird einfach nicht funktionieren und das wird meines Erachtens nach das Problem, dass wir jetzt haben, einfach nur in eine andere Altersstufe von Kindern und Jugendlichen verschieben.
00:42:40: Und ja klar ein Sechzehnjähriger oder eine Sechzenjährige ist reifer als ein Elfjähriger.
00:42:49: was auch immer für einen Alter Verstehe ich alles, aber nichtsdestotrotz sind auch Jugendliche mit Sechzehn.
00:42:58: Noch lange nicht so dass sie alle alleine lösen können oder dass Sie mit allen Dingen die ihnen begegnen allein umgehen können.
00:43:07: Ja was kann jetzt dieses Verbot eigentlich leisten?
00:43:12: Mir ist natürlich die große Frage Ich persönlich halte es wirklich für einen ganz großen Fehler gesetzliche Altersgrenzen in irgendeiner Art und Weise als Symbol Politiker abzudun, nur weil sie nicht jedes Problem lösen.
00:43:30: Ich finde eine Grenze kann natürlich Zugänge erschweren.
00:43:34: Sie kann – und das hat man ja in Australien gesehen – Millionen Accounts entfernen.
00:43:39: Keine Frage!
00:43:39: Sie können Druck auf Familien verringern.
00:43:42: Kein Frage!
00:43:45: Und sie kann Plattformen zwingend Verantwortung zu übernehmen.
00:43:50: Und das ist aber der Punkt, der mir am allerwichtigsten ist in der derzeitigen Diskussion.
00:43:58: Ich habe noch immer das Gefühl dass die Plattformen viel zu wenig in die Verantwortung gezungen werden.
00:44:06: Diese Verantwortung ist meines Erachtens in den letzten Jahren sehr stark bei Kindern und Eltern gelandet.
00:44:17: Es war irgendwie so dieses, ja du hast deinem Kind etwas erlaubt oder teilweise auch bei den Kindern.
00:44:23: Ja Du benutzt es also quasi selbst schuld wenn du jetzt mit dem in Berührung kommst und das kann es am Ende des Tages einfach nicht sein.
00:44:33: Eine Altersgrenze kann nicht gleichzeitig einer Satz sein für eine sichere Gestaltung oder eine funktionierende Aufsicht.
00:44:43: Oder für Datenschutz, Medienbildung oder whatever.
00:44:46: in diesem Zusammenhang Wenn ein Kind oder Jugendlicher einen Erkant nicht mehr haben darf und die Plattform aber weiterhin öffentlich zugänglich ist dann braucht es auch weiterhin Medienkompetenz Wenn Jugendliche zu kleinere oder aber auch zu schlecht moderitteren Angeboten wechseln, braucht auch da weiterhin Schutz und ansprechbare Erwachsene.
00:45:14: Ich glaube dass es Erwachssene nur dann noch schwieriger haben werden weil ja die Apps die heute sehr beliebt sind Die hat man zumindest schon mal gehört, da hat man vielleicht auch schon einmal mit anderen sich dazu ausgetauscht und so weiter.
00:45:31: Wenn jetzt natürlich irgendwelche kleineren Angebote daherkommen, irgendwann wird es wahrscheinlich so sein dass man überhaupt keinen Durchblick mehr hat.
00:45:39: was gibt's in der Grad?
00:45:41: So am Markt?
00:45:44: Ich finde wenn die Altersprüfung leicht umgangen werden kann in Apps Und das ist im Augenblick der Fall Da braucht es halt irgendeine Art der Durchsetzung.
00:45:54: Wenn Plattformen nach dem X. Geburtstag egal in welches Land man schaut und da bitte einsetzen, aus welchem Land auch immer man kommt und was gerade die aktuelle Diskussionsgrundlage vom Alter her ist, wenn Plattforms die derzeitigen manipulativen Mechanismen weiterhin unverändert einsetzen dürfen dann haben wir – ich habe es vorhin schon gesagt – einfach einen Teil des Problemes nur zeitlich verschoben.
00:46:26: Deswegen ist für mich nicht die alles klärende entscheidende Frage, was dürfen Kinder ab welchen Alter benutzen oder was dürfen Jugendliche ab welchem Alter benutze?
00:46:41: Sondern die Frage muss auch lauten – Was dürfen Plattformen mit der Aufmerksamkeit eines Menschen machen und mit den sozialen Bedürfnissen junger Menschen machen.
00:46:55: Und ja, ich sage jetzt junge Menschen aber in Wahrheit geht's nicht nur um die jungen Menschen sondern es geht uns Menschen generell weil das was Plattformen machen, machen sie hier nicht nur mit jungen Menschen das machen Sie durchaus auch mit uns Erwachsenen die diese Plattform benutzen.
00:47:17: Vielleicht ist genau dass der Punkt auf den dieser Debatte letztendlich zulaufen sollte, nämlich dass wir nicht diese Illusion brauchen.
00:47:31: Dass ein einziges Gesetz alle Probleme von Kindern und Jugendlichen auf Social Media lösen wird – das wird es nicht!
00:47:42: Sondern wir brauchen einfach wirklich eine Schutzlinie oder die Wirkung der Schutzlinien.
00:47:52: Die muss ehrlich geprüft werden.
00:47:55: Australien zeigt einfach, dass die Altersgrenze eben Diakons reduziert und das vielleicht soziale Erwartungen leicht verändert werden kann.
00:48:05: Gleichzeitig zeigt Australien aber auch wie schnelle Kinder durch Lücken einfach wieder Zugang gefunden haben und wie wenig nach den paar Monaten über langfristige Wirkungen bekannt ist.
00:48:23: Will ich damit sagen, dass die Zahl auf dem Geburtstagskuchen unwichtig ist?
00:48:27: Nein!
00:48:28: Absolut nicht.
00:48:29: Aber sie ist einfach erst der Anfang.
00:48:32: Eine Altersgrenze kann eine Tür schließen.
00:48:36: Ja aber ob dahinter wirklich ein sicherer digitaler Raum entsteht das entscheidet sich wirklich daran was wir als Gesellschaft den Plattformen abverlangt.
00:48:53: Ja, aber eine sehr aktuelle Folge dieser Woche mit sehr aktuellen Inhalten.
00:49:01: Und sehr vielen persönlichen Gedanken zu diesem Thema.
00:49:04: Ich freue mich, wenn du mir einen Nachricht dazu schreiben magst wie du über dieses Social Media-Verbot denkst und was so deine Befürwortungen sind oder was dich vielleicht auch zur Überlegung kommen lässt.
00:49:19: das Social Media Verbot ist nicht das Ende der Fahnenstange.
00:49:27: Du kannst mir gerne per Mail schreiben oder du kannst mich über Social Media kontaktieren.
00:49:31: Ich freue mich über jeden Austausch!
00:49:34: Ja, aber das war's für diese Woche.
00:49:38: Wir hören uns nächste Woche wieder und ich freue mich schon sehr drauf.
00:49:41: Bis dann, Baba!
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