Wie viel Bildschirmzeit ist okay?

Shownotes

Wie viel Bildschirmzeit ist okay?

Die Frage wird bei einem Kleinkind, einem Volksschulkind und einer Jugendlichen oft ähnlich gestellt. Dabei verändern sich mit dem Alter die Entwicklungsbedürfnisse, die Medieninhalte, die Selbstständigkeit und die Risiken.

In dieser Folge geht es darum,

  • warum Altersgruppen bei der Bildschirmzeit nicht vermischt werden dürfen
  • weshalb zeitliche Orientierung besonders bei kleinen Kindern wichtig ist
  • was im Kindergarten- und Volksschulalter zusätzlich zur Dauer zählt
  • warum das Smartphone für ältere Kinder und Jugendliche auch ein sozialer Raum ist
  • welche Warnzeichen in jedem Alter ein genaueres Hinschauen verlangen
  • warum vor jeder Zeitgrenze die konkrete Sorge benannt werden sollte

Der Gedanke, der bleibt: Die passende Frage lautet nicht zuerst: Wie viel Bildschirmzeit ist okay? Sondern: Was braucht dieses Kind in diesem Alter – und welchen Platz sollen digitale Medien dabei haben?

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00:00:00: Wie viel Bildschirmteil ist eigentlich okay?

00:00:04: Wenn ich darüber nachdenke, welche die häufig gestellte Frage in meinen Workshops Elternabenden oder Info-Abenden für Pädagoginnen ist.

00:00:19: Dann ist diese Frage allen voran die führendste!

00:00:24: Die ist einfach immer dabei.

00:00:27: und ja... Gute Frage, wie viel Bildschirmteil ist eigentlich okay?

00:00:32: Eine halbe Stunde eine Stunde zwei Stunden drei Stunden.

00:00:35: Puh!

00:00:37: Es wirklich schwierig zu beantworten und gleichzeitig verstehe ich aber auch so gut warum mir diese Frage immer gestellt wird weil seien wir uns mal ehrlich...eine Zahl ist etwas unfassbar Praktisches.

00:00:51: Eine Zahl kann ich mir merken.

00:00:55: Eine Zahl kann ich gut in irgendeiner dieser vielen Unteranführungsstrichen Kontroll-Apps einstellen, mit denen ich mein Kind reglementiere in seiner digitalen Nutzung.

00:01:16: Eine Zahl ist am Ende des Tages wahrscheinlich auch etwas, was für viele Eltern das Gefühl gibt dass es im entscheidenden Moment wirklich helfen kann.

00:01:28: Weil wenn die Zeit aus ist und das Kind möchte mehr oder der Jugendliche möchte mehr dann kann man ja ganz einfach darauf antworten Nein!

00:01:39: Deine Zeit ist vorbei Und das klingt wahrscheinlich für viele Auch viel souveräner als wenn sie auf die Bitte nach mehr Zeit antworten müssten.

00:01:53: Nein, ich habe zwar gerade überhaupt keine Ahnung was du da auf deinem Gerät machst aber gefühlt war es für heute genug.

00:02:03: Jetzt ist aber dieses Thema.

00:02:05: Wenn mir die Frage gestellt wird wieviel Bildschirmzeit ist okay dann ist diese Frage für mich tatsächlich absolut und differenziert, weil ich kann keine pauschal Antwort geben darauf wie viel Bildschirmzeit okay ist.

00:02:25: Da kommen bei mir sofort mindestens fünf Gegenfragen in den Sinn die ich stellen muss.

00:02:31: Wie alt ist das Kind?

00:02:35: Welches Gerät benutzt es?

00:02:38: Wofür benutzt Kind oder der Jugendliche, das Gerät?

00:02:42: und so weiter und sofort.

00:02:45: Und ich kann nicht sagen X Stunden sind okay weil am Ende des Tages selbst wenn ich diese Zahl nennen würde ohne vorher zu differenzieren für wen dieser Zahl gedacht ist dann haben wir zwar auf der Uhr eine Zeit stehen oder auch nennen wir es ablaufzeit stehen aber Dieser Zeit würde halt nichts darüber aussagen, was in dieser konkreten Zeit passiert.

00:03:18: Manche Dinge scheinen ziemlich eindeutig bis man ein bisschen genauer hinschaut.

00:03:25: Ich bin Bettina Crochet und das ist ja aber Denn die Dinger sind selten so einfach.

00:03:35: Wie viel Bildschirmzeit ist okay?

00:03:37: ich möchte in dieser Folge nicht hergehen diese Frage einfach wegwischen, weil sie natürlich eine berechtigte Frage ist.

00:03:44: Und was ich auf gar keinen Fall möchte, ist hier behaupten das Zeit absolut egal ist solang der Inhalt nur in irgendeiner Art und Weise pädagogisch wertvoll genug ausschaut.

00:03:59: Das ist nicht meine Intention denn Zeit spielt natürlich eine Rolle!

00:04:09: Bildschirme in unserem Leben so viel Platz bekommen, dass anderes regelmäßig zu kurz kommt dafür.

00:04:16: Und ja natürlich ist diese Folge heute in erster Linie für Eltern oder für Begleitpersonen von Kindern und Jugendlichen sei es jetzt Lehrerinnen oder Pädagoginnen irgendeiner Art und Weise.

00:04:31: Aber ich denke auch als erwachsene Menschen dürfen wir uns über dieses Thema der Bildschirmzeit für uns selbst ein wenig Gedanken machen, denn auch das beobachte ich immer mehr und auch bei mir selbst.

00:04:44: Bildschirms Zeit nimmt immer mehr Raum in unserem Leben ein.

00:04:50: Und genau darum geht es.

00:04:52: wann kommen dann andere Dinge zu kurz wie zum Beispiel wenn schlafe ich zu wenig oder bewegt sich ein Mensch durch Bildschirmzeit zu wenig und so weiter und sofort.

00:05:07: Und vielleicht auch so ein bisschen darüber nachzudenken, gibt es denn da auch Phasen im Leben in denen nicht gerade irgendetwas blinkt, vibriert oder automatisch irgendwas Neues gestartet wird usw?

00:05:24: Bevor wir aber nach der richtigen Zahl jetzt suchen Ich glaube, diese Suche wird langweil.

00:05:31: Was ist die richtige Zahl?

00:05:34: Geht in einem ersten Schritt mal darum dass wir etwas ganz anderes klären müssen?

00:05:40: und da bin ich beim Punkt das wir als allererstes Mal uns die Frage stellen sollten über welches Alk der Reden wird dann jetzt eigentlich genau?

00:05:52: denn Bildschirmtat ist etwas... Das ist nicht einheitlich wo ich sagen kann okay vom zweiten bis zum achtzehnten Geburtstag gibt es eine Bildschirmzeit und die darf man halt jährlich zum Geburtstag ein Stück weit verlängern.

00:06:13: Nein, so einfach ist das leider überhaupt nicht denn was passiert mit dem Alter?

00:06:20: verändert sich einerseits das was Kinder können aber auch das was sie brauchen.

00:06:28: Es verändert sich auch welche Geräte sie verwenden und natürlich alles zusammen, welche Risikentauchen auf.

00:06:36: Und wie viel Verantwortung in ihrer digitalen Zeit können Sie schon selbst übernehmen?

00:06:46: Ich würde sagen aus dem Grund arbeiten wir uns jetzt tatsächlich mal vom Kleinkind zum Jugendlichen vor!

00:06:54: Du bekommst jetzt von mir keine Tapelle, die du dir runterladen kannst.

00:06:58: Wofür jedes Lebensjahr diese eine magische Zahl ausgespuckt wird?

00:07:04: Wo du sagst, ach super!

00:07:06: An der halte ich mich jetzt fest um und das geht es mir gar nicht sondern... Mir geht's wirklich darum dass wir verstehen sollten warum diese Frage nach der Bildschirmzeit in jeder Altersgruppe einfach eine andere Antwort braucht.

00:07:25: Und ich würde sagen, wir starten einfach mal bei den Kleinkindern und gerade bei Kleinkinnern geht es in allererster Linie um die Entwicklung.

00:07:36: also beginnen mir einfach mal ganz beim Anfang am besten.

00:07:41: Dafür müssen wir uns einfach anschauen.

00:07:43: okay wie lernen Kleinkinder?

00:07:49: Lern nicht was in der Welt passiert, indem es einfach nur Informationen aufnimmt.

00:07:56: Also das ist nicht so dass ich etwas sage und dieses Kleinkind speichert das ab und hackt drunter jetzt habe ich was gelernt sondern ein kleinkind lernt ja ganz anders.

00:08:06: Es greift!

00:08:07: Es bewegt sich!

00:08:09: Es probiert Dinge aus.

00:08:10: Es probieren Dinge zehnmal aus, zwanzig mal dreißig Mal wie auch immer.

00:08:15: Wenn du schon mal ein Kleinkind begleitet hast, dann weißt du genau wovon ich rede.

00:08:21: Ein Kleinkinn schaut einem Menschen ins Gesicht und bekommt von diesen Menschen eine Reaktion.

00:08:28: Es macht nochmal das Gleiche und schaut okay ändert sich die Reaktionen.

00:08:32: Das ging übers!

00:08:34: Und nochmal und nochmal und noch einmal.

00:08:37: Und genau daraus lernt es.

00:08:40: Durch diese Erfahrung entsteht am Ende des Tages Einerseits Beziehung zum Gegenüber, es entsteht aber auch dieses Verständnis für wenn ich etwas mache dann kann das und dass das Ergebnis sein usw.

00:08:54: Und natürlich Kleinkinder entwickeln auch ihre Sprache.

00:08:58: Und Kleinkindern, das fängt ja schon bei Babys an sie versuchen Lippenbewegungen vom Gegenüber zu immitieren und dann kommt ein Geprabel raus usw.. Ein Bildschirm kann natürlich solche Dinge auch zeigen.

00:09:20: Aber was ein Bildschimm nicht kann, ist so diese unmittelbare Erfahrung oder den Austausch mit einem Menschen ersetzen.

00:09:30: Weil wenn ein Kleinkind von einem Bildschirmen lernt gibt es erstens mal diese Wiederholung in der Form nicht wie es Kleinkinder gerne haben dass sie einfach Dinge immer und immer wieder machen.

00:09:42: Und wenn wir uns mal so vor Augen führen, wie denn oft digitale Inhalte heutzutage sind für Kinder.

00:09:51: Dann ist es oft aus dem Englischen übersetzt und dadurch passen sehr oft die Lippenbewegungen nicht mit dem zusammen was rauskommt.

00:10:01: also es verzerrt einfach ein bisschen.

00:10:07: Genau das ist auch mit den Grund warum Empfehlungen für sehr, sehr junge Kinder.

00:10:14: Sehr streng sind oder deutlich strenger als für älteren.

00:10:19: und wir es einfach mal so aktuell wenn man sich so gültige Deutschsprachige medizinische Leitlinien anschaut dann ist da eigentlich so dieser gute Merksatz Bildschirm frei von null bis drei.

00:10:39: also Was heißt das?

00:10:42: Kinder im Alter von null bis drei Jahren sollten so gut es geht, frei von digitalen Medien sein.

00:10:52: Wer mich kennt weiß dass ich jemand bin der nicht so.

00:11:01: wie soll ich sagen... Ich möchte nicht dass etwas so aufgegriffen wird, dass man sagt okay null bis drei überhaupt keine Bildschirme.

00:11:14: und wenn ich meinem einjährigen Kind nicht einen Bildschirm gebe, um Gottes Willen dann habe ich alles falsch gemacht was ich noch falsch machen konnte.

00:11:21: Das möchte ich damit nichts sagen.

00:11:24: Mir ist durchaus bewusst in unserer heutigen globalisierten Welt dass es viele Familien gibt wo Familienangehörige nicht mehr in der gleichen Ortschaft wohnen sondern vielleicht in einem anderen Bundesland in einem anderen Land, auf einem anderen Kontinent und so weiter und sofort.

00:11:46: Wenn also jetzt einjähriges Kind zum Beispiel Video telefoniert mit der Oma die wo auch immer wohnt, auf jeden Fall nicht Next Door dann ist das für mich etwas wo ich sage okay dass es durchaus vertretbar bevor dieses Kind überhaupt keine Verbindung zu Menschen aus der Familie hat.

00:12:15: Du wirst auch garantiert verstehen, was für mich diesen Unterschied ausmacht.

00:12:19: Es ist ein Unterschied ob ich jetzt Videotelefoniere mit einer Bezugsperson oder aber einem einjährigen Kind, ich sag's jetzt gar nicht überspitzt in die Gegenrichtung ob ich einen einjährige Kind den TikTok feed von mir zeig und es stundenlang TikTok Videos schauen lass.

00:12:39: Also ich möchte dieses schwarz-weiß Denken einfach nicht zu sehr unterstützen unter Anführungsstrichen sondern einfach dir bewusste Denkanstöße zu geben.

00:12:52: okay was ist denn vertretbar?

00:12:54: Und was?

00:12:55: Das soll jetzt aber bitte auch nicht heißen.

00:12:57: Dein einjähriges Kind solle stunden am Tag Facetime mit irgendwelchen Menschen, also ich glaube du weißt worauf ich hinaus möchte.

00:13:12: Also Bildschirm frei von null bis drei.

00:13:17: So gut es geht und so qualitativ hochwertig wie möglich bitte sprich begrenzen wir es vielleicht wirklich auf dieses Kontakt halten zu Familienmitgliedern.

00:13:30: Wenn wir über die drei bis sechsjährigen sprechen, dann ist es so dass hier in medizinischen Leitlinien eine Höchstgrenze von dreißig Minuten an einzelnen Tagen und im Begleitung mit passenden Inhalten genannt wird.

00:13:49: Da muss ich für mich persönlich sagen Das ist mir ein bisschen zu weit gefasst.

00:13:56: Denn meiner Erfahrung nach stehen Dreijährige in ihrer Entwicklung ganz mal anders als die sechsjährigen tun, das heißt auch hier wäre es natürlich gut zu differenzieren und sich auch noch einmal bewusstzumachen okay wie ist denn mein dreijähriges Kind?

00:14:12: oder wie ist das drei jährige Kind dass ich pädagogisch begleite?

00:14:18: Und mir ist vor allem wichtig zu sagen Das sind auch nur Richtwerte.

00:14:23: Das sind jetzt keine exakten Grenzen, wo ich sagen kann bis Minute neunundzwanzig ist alles super und wehe das Kind hat ein dreißig Minuten dann wird nämlich auf einmal alles... Ganz schlechter.

00:14:40: Aber die Richtung ist halt für mich sehr eindeutig und aussagekräftig, nämlich dieses je jünger ein Kind ist desto weniger sollte die Bildschirmzeit andere Erfahrungen irgendwie verdrängen.

00:14:54: Und vor allem was mir auch so wichtig ist und das erlebe ich immer wieder dass sich manche Erwachsene mit einer Zeit sehr sicher fühlen.

00:15:06: Ich möchte aber trotzdem hier auch noch erwähnen, ja die Zeit zu begrenzen ist definitiv gut.

00:15:15: Aber was man in dieser Alters Spanne halt auch noch im Blickfeld behalten sollte ist dass die Verantwortung schon auch bei mir als Erwachsenen liegen sollte wie es ausgewählt wird was das Kind schaut oder konsumiert wie begleitig und aber auch diese Phase Wie beenden wir das Ganze wieder gemeinsam?

00:15:39: Und... Das macht dann schon noch so diesen Unterschied, was in den Minuten der Bildschirmzeit passiert.

00:15:50: Ich habe es vorhin gesagt zu dieser Video-Anruf mit einer vertrauten Person ist halt einfach etwas ganz anderes als irgendein schnell geschnittenes Video auf irgendeiner Plattform.

00:15:59: und genauso ist es auch etwas anderes wenn ich etwas gemeinsam schaue gemeinsam darüber sprechen kann und auch sofort sehen kann, wie mein Kind auf irgendetwas reagiert als wenn mein Kind vor einem Bildschirm sitzt.

00:16:16: Und das läuft einfach!

00:16:17: Ich bin ganz mal anders und kriege es überhaupt nicht mit.

00:16:23: Auch dazu hat sie eine große Studie gegeben mit ganz vielen Kindern unter sechs Jahren die genau solche Zusammenhänge nämlich auch untersucht haben.

00:16:34: Ergebnis aus dieser Studie kann man eigentlich so zusammenfassen, dass daraus kam das eben nicht nur die Dauer zählt sondern auch es zählt ganz wesentlich der Inhalt in den Kinder sehen aber auch die Begleitung in dieser Situation zählt massiv.

00:16:52: Und ja das alles hebt jetzt natürlich nicht diese zeitliche Orientierung bei den kleinen Kindern auf macht das Ganze aus meiner Sicht einfach vollständiger.

00:17:03: Nämlich eben, dass wir uns nicht mehr nur auf dieser Frage ausruhen wie viele Minuten hat das Kind jetzt geschaut und wie viel Bildschirmzeit ist gut?

00:17:13: sondern eben diese Frage erweitern was hat das kind in dieser Zeit erlebt?

00:17:18: Und vor allem auch was hätte es in diesem Alter vielleicht sonst noch gebraucht Wenn wir dann weiter schauen nämlich so in dieses Kindergartenalter?

00:17:28: Und ja, drei bis sechs ist natürlich Kindergartenalter.

00:17:31: Aber wir hatten ja vorher auch die ganz kleinen Kinder von null bis drei dabei.

00:17:35: im Kindergaten Alter kommt dann noch mal etwas dazu.

00:17:39: da kommt dann nämlich dazu erstens einmal dass die Medienwelt langsam ein Stückchen größer wird Einerseits dadurch Kinder kennen schon Figuren aus irgendwelchen Serien, sie kennen vielleicht irgendwelche Videos.

00:17:54: Wenn man so durch die Spielzeugregale in den diversen Geschäften durchgeht dann sieht man sehr viele Spiele auch mit Brettspielen, die mit Charakteren von irgendwelcher Fernsehsernungen besetzen usw.. Und vielleicht kennen die Kinder auch schon erste einfache Anwendungen, diese mal probiert haben und sie wollen natürlich Dinge wiederholen.

00:18:22: Sie wollen es immer wieder ausprobieren und natürlich auch genau das Sehen von dem vielleicht auch ein anderes Kind im Kindergarten erzählt.

00:18:32: Auch in dieser Phase des Kindergartenaultes ist es tatsächlich so... Die Zeit bleibt ein ganz wichtiger Faktor.

00:18:40: Aber gerade da ist es so, dass Zeit halt nicht mehr die einzige sinnvolle Entscheidungshilfe sein kann.

00:18:47: Sondern da kommt jetzt vielmehr dazu dieses Wie!

00:18:54: Also... Ist der Inhalt für das Kind verständlich und passend?

00:18:59: Und schaut da jemand mit und spricht danach mit dem Kind darüber?

00:19:09: begrenzt oder läuft einfach etwas weiter, weil das nächste Video schon bereit steht.

00:19:17: Und auch hier immer wieder diese Frage okay und wie schaffe ich diesen Übergang zurück in den analogen Alltag dann noch wieder zu schaffen?

00:19:26: Genau das ist auch sein Punkt der ganz oft unterschätzt wird!

00:19:31: Vielleicht hast du das selbst schon mal erlebt dass das Kind also dein Kind oder vielleicht hast du es wenn du pädagog bis von Kindern schon erzählt bekommen, dass aufhören und dieses Ausschalten tatsächlich wahnsinnig schwer fällt.

00:19:50: Und das Kinder genau bei diesem Prozess des Ausschaltens zu protestieren beginnen oder grantig werden oder ähnliches... Das ist jetzt bitte noch nicht das Indiz dafür, dass da eine Abhängigkeit entsteht sondern es kann ganz einfach auch bedeuten und das ist wirklich die banalste Erklärung für dass, dass das Aufhören halt einfach unangenehm ist.

00:20:14: Und es gilt aber... ...für so viele Dinge im Leben der Kinder!

00:20:18: Das gilt jetzt nicht nur für das Spielen am Tablet oder das Fernsehen

00:20:22: etc.,

00:20:22: sondern... ...das hast du sich ja auch schon beobachtet.

00:20:25: Auch am Spielplatz kann das aufhören einfach wahnsinnig schwer fallen wenn Die Mama, der Papa wäre auch immer ankündigt.

00:20:35: Okay jetzt ist Schluss!

00:20:37: Jetzt geht es nach Hause... Jetzt ist das einfach aus und entscheidend ist in all diesen Phasen egal ob das jetzt analog oder digital ist dass man hier eher Übergänger schafft die mit einer verlässlichen Begleitung gut gelingen.

00:20:58: Egal ob das Medien zu beenden oder eben das Spielplatzspiel zu beendet.

00:21:07: Und genau das entscheidet dann auch darüber, ob etwas jedes Mal zu einem massiven Kampf wird oder ob es einfach leichter umsetzbar ist.

00:21:17: und zurück in den digitalen Raum.

00:21:20: eine Zeitgrenze kann da natürlich sehr hilfreich sein aber Auch hier ist es einfach so.

00:21:29: Es hilft besser diese Zeitgrenze einzuhalten, wenn sie für das Kind nicht vollkommen überraschend kommt.

00:21:37: Also ich nenne ein banales Beispiel.

00:21:40: Wenn ein Kind jetzt fernschauen darf dann ist das Ausschalten nicht besonders angenehm für das kind, wenn du für dich entscheiderst Okay, die Zeit ist jetzt raus und jetzt drehen wir einfach ab.

00:21:55: Sondern viel besser ist es dem Kind von Beginn an eine Zeitbegrenzung zu vermitteln Und das verstehen auch schon ganz junge Kinder Also auch Kindergartenkinder.

00:22:06: Wenn man ihnen mitgibt Du darfst eine Folge schauen und wenn diese eine Folge aus ist dann wird abgedreht.

00:22:16: Oder wenn's bei euch zum Beispiel so ist dass das Kind mehrere Folgen schauen darf, dass du ankündigst.

00:22:24: Noch eine Folge dann ist Schluss!

00:22:28: Denn das ist für das Kind einfach viel einfacher nachvollziehbar als eben dieses.

00:22:33: die Mama oder der Papa oder wer auch immer kommt jetzt und dreht ab und eigentlich ist das Kind noch voll in dieser Geschichte drinnen und hat sich überhaupt nicht damit auseinander gesetzt, dass es bald Schluss sein könnte.

00:22:45: Das ist jetzt natürlich nicht die Garantie dafür, dass das Kind dann sagen wird juhu.

00:22:51: Ich habe gewusst ich muss jetzt abdrehen und deswegen drehe ich jetzt ab.

00:22:54: aber es ist etwas das unterstützen kann und ja Kinder können sehr gut oder besser damit umgehen wenn für sie etwas bis zu einem gewissen Grad vorhersehbar ist.

00:23:10: Okay, raus aus dem Kindergarten hinein in die Volksschule.

00:23:16: Im Volksschulalter beobachtet ich tatsächlich dass diese Bildschirmzeit für viele schwerer messbar wird weil mit dem Schulleintritt verändert sich dann manchmal dieser Bildschimmzeit auch ein wenig.

00:23:31: Weil.

00:23:32: Bildschirmenzeit kann jetzt zum Beispiel auch Hausübung bedeuten und vielleicht denkst du tu jetzt grad okay In der Volksschule ist schon ein Hosebunker als Bildschirmzeit, was meint sie jetzt damit?

00:23:45: Ganz einfach.

00:23:47: Bildschirmszeit kann zum Beispiel bedeuten das Kind recherchiert für den Referat sicher nicht in einer ersten Klasse Volksschulle aber es kann in der VolksSchule durchaus schon vorkommen.

00:23:57: oder auch so Dinge wie.

00:24:00: von Seiten der Schule werden Lernplattformen mit eingeführt.

00:24:03: wir haben ja Plattformen Ich sage jetzt, die mir am gängigsten sind oder am geläufigsten sehnt Anton Antolin.

00:24:12: Die sehr gerne in der Volksschule schon benutzt werden.

00:24:19: Es kann in der Volkschule dazu kommen ein Spiel, ein Video, ein Hörbuch was auch immer und bei all diesen Dingen braucht es aber vielleicht einfach dem Bildschirm um das zu starten und vielleicht ist dann diese Zeit die ihr auf Bildschirmen eingestellt habt, ganz schnell vorbei.

00:24:39: Obwohl eigentlich ein Teil davon von der Schule ausdrücklich verlangt wurde.

00:24:44: und spätestens da finde ich muss man beginnen Bildschirmzeit differenzierter zu sehen nämlich einerseits in dieser okay was ist denn so notwendige Bildschimmzeit für Schule?

00:24:58: Und was ist dann die Bildschimzeit die man und Anführungsstrichen als die freizeitliche Nutzung benennen kann, denn wenn ein Kind zum Beispiel am Vormittag in der Schule mit dem Tablet arbeitet und am Nachmittag auch irgendwie eine digitale Aufgabe erledigen muss ist die Antwort meiner Meinung nach nicht automatisch okay.

00:25:20: dann hast du heute deine Bildschirmzeit schon aufgebracht.

00:25:23: Und leider gibt es jetzt einfach keine private Mediennutzungszeit mehr für dich.

00:25:29: Und genauso umgekehrt kann es nicht bedeuten, dass wenn in der Schule wenig bis gar keine Bildschirmnutzung stattgefunden hat.

00:25:39: Dass man dafür dann am Nachmittag umso mehr Zeit für Privat- und Anführungsstrichennutzungen hat.

00:25:47: Also auch hier wieder das ganze Differenziert zu betrachten.

00:25:53: Was ich wahnsinnig wichtig finde ist, dass auch wenn Geräte sinnvoll genutzt werden man trotz allem auf Pausen achten muss.

00:26:01: Bitte auch das Kind zu betrachten, wie geht's dem Kind?

00:26:04: Merkt man irgendwie dass es mit der Aufmerksamkeit vielleicht ein Problem hat.

00:26:08: Dass die Augen vielleicht schon ein bisschen wehtun.

00:26:11: Man merkt dann oft bei Kindern auch okay sie fangen mehr an sich zu bewegen weil tatsächlich dieser Bewegungstrang auf einmal da ist und das sind dann meist verlässliche Anzeichen dafür.

00:26:21: ok jetzt sollte man das digitale Gerät mal ausschalten und etwas anderes machen.

00:26:28: Also im Volksschulalter merkt man tatsächlich, dass diese Alltagsstruktur immer wichtiger wird und auch diese Fragen bleibt eben genug Zeit für Bewegung, für Schlaf, für Aufgaben die erledigt werden müssen.

00:26:40: Auch dieses gibt Freundschaften außerhalb der digitalen Welt und werden die auch ausreichend gepflegt?

00:26:48: Und natürlich auch unterhaltung muss ich meinen Platz haben.

00:26:54: was ich dir gerne mitgeben möchte ist nicht jede Bildscheminute, die dein Kind auf einem digitalen Gerät verbringt muss jetzt irgendwie pädagogisch super gerechtfertigt sein.

00:27:09: Aber auch hier im Volksschulalter erwachsene entscheiden bitte weiterhin wesentlich mit welches Angebot ist denn den Kindern zugänglich?

00:27:19: und auch wann dürfen sie es nutzen.

00:27:21: Und was ist vielleicht für dein Kind noch nicht altersgerecht?

00:27:26: Ja, eben diese zeitliche Vereinbarung kann hier natürlich super Orientierung geben – auch wenn Sie nicht alle Fragen beantworten können!

00:27:37: Also, was will ich damit sagen?

00:27:39: Ein Video zum Beispiel das nicht alterstgerecht ist keine Eignung erlangen, nur weil es innerhalb der festgelegten Bildschirmzeit angeschaut wird.

00:27:52: Also ich glaube du verstehst schon was ich meine und ja begleiten, begleitet und begleitend ist glaube ich immer so dieser wichtige Punkt den wir uns vor Augen halten sollten im Volksschulalter.

00:28:08: auch hier zeigt sich finde ich besonders deutlich Zeit- und Inhalt sind keine Konkurrenten, sondern wir brauchen einfach beides immer im Blick.

00:28:22: Aber lass uns mal weitergehen zu der nächsten älteren Gruppe.

00:28:27: ja was ich so beobachte in meinem täglichen Doing mit Kindern und Jugendlichen ist das Smartphone wird heutzutage immer früher angeschafft.

00:28:37: also sehr viele Kinder die ich in der Volksschule begleiten haben bereits ein Smartphone.

00:28:44: Meistens ist es dann so, in der ersten Klasse Unterstufe gibt's kaum noch Kinder die kein Smartphone haben und irgendwann ist dieses Smartphone nicht mehr nur ein Gerät für Unterhaltung oder so sondern es wird tatsächlich auch zum Treffpunkt mit Freunden etc.

00:29:07: Und das Smartphone dient dann auch dazu, dass sie Verabredungen treffen oder eben auch Hausübungen vergleichen.

00:29:15: Oder diese Insiderschmess die vielleicht in einer Klasse sind werden ausgetauscht über Messengerdienste etc.

00:29:23: Es werden Freundschaften gepflegt aber es werden natürlich auch Konflikte ausgetragen und Da sind wir dann auch in einer Phase, wo es so ist.

00:29:35: Wenn das Gerät weggelegt wird endet nicht das was am Gerät stattfindet.

00:29:41: also Es wird vielleicht das Video beendet dass man gerade gesehen hat.

00:29:47: aber wenn wir jetzt zum Beispiel von einem Klassen Chat ausgehen dann ist es vielleicht so eine Person verlässt gerade diesen sozialen Raum, weil die Bildschirmzeit aus ist oder was auch immer das Kind der Jugendliche etwas Besseres zu tun hat.

00:30:04: Aber die anderen bleiben und Konversation findet weiterhin statt, auch wenn ich mein Gerät grad aktiv nicht in der Hand hab.

00:30:14: Das soll jetzt nicht heißen dass da jetzt Grenzen überflüssig werden in dieser Zeit aber es verändert in dieser zeit einfach.

00:30:23: Was bedeutet denn eine Grenze?

00:30:26: Denn bei jüngeren Kindern ist es tatsächlich so, dass Erwachsene noch relativ direkt auswählen und beenden.

00:30:35: Aber mit zunehmendem Alter muss meines Erachtens nach schrittweise ein Gespräch über die Verantwortung stattfinden.

00:30:47: Also nicht erst am achtzenden Geburtstag, jetzt bist du volljährig.

00:30:50: Jetzt kannst du tun was du möchtest und regulierst dich selbst sondern wir müssen wirklich schauen dass wir hier gut begleiten und dass wir Selbstständigkeit auch begleitet Und auch diese Verantwortung begleiten und nach und nach übergeben.

00:31:12: Das heißt zum Beispiel bei älteren Kindern oder Jugendlichen kann das bedeuten, dass man gemeinsam überlegt wann stört ich denn das Handy?

00:31:22: Stört dich das Handy zum Beispiel beim Lernen?

00:31:25: Oder war auch so die Frage mit Kindern und Jugendlichen zu besprechen Was passiert denn genau nachts mit dem Handy?

00:31:34: Oder gibt es Nachrichten, die sofort beantwortet werden müssen?

00:31:39: oder gibt's da Nachrichten.

00:31:40: Die eigentlich egal sind?

00:31:42: auf die musst du nicht reagieren und zumindest nicht sofort reagieren aber auch so Themen zu besprechen welche Spiele und Plattformen sind dann eigentlich da, die dir nicht nur Unterhaltung bringen sondern die dich vielleicht auch unter Druck setzen usw.

00:31:59: und auch mit dem Kind im Jugendlichen zu besprechen, woran es eigentlich merkt dass es gerade gar nicht mehr selbst die Entscheidung gefällt weiterzumachen sondern das ist sehr stark durch das Gerät eine App ein Spiel was auch immer beeinflusst ist darin nicht aufhören zu können usw.

00:32:21: Und noch da ist es natürlich so.

00:32:23: Zeitangaben können bei diesen Gesprächen durchaus ein Hinweis sein, aber sehr gern halt ganz oft noch nicht.

00:32:31: was liegt dahinter.

00:32:33: Und auch hier ich kann wieder keine konkrete Zahl liefern sondern kann ja wirklich nur den Tipp geben etwas gemeinsam zu vereinbaren einerseits gemeinsame Regeln zu vereinbaren, wann ist so smart von freier Zeit oder wann ist Bildschirm?

00:32:52: Freie Zeit gibt Dinge die erledigt werden müssen bevor man Bildschimmzeit hat und so weiter.

00:33:01: Und bei Jugendlichen also bei älteren Jugendlichen ich sage jetzt mal so vierzehn aufwärts ist es dann tatsächlich endgültig schwierig eine paar Schale Stundenzahl zu nennen, weil in diesem Alter einfach schon ganz viel stattfindet.

00:33:21: Schule Information Organisation Musik Videos Spielen kreative Arbeit und also mir fallen da tatsächlich Zick Dinger an die ältere Jugendliche auf ihren Händes machen und wir als Erwachsene oft nur so eine Idee für uns haben, was auf dem Gerät stattfindet.

00:33:44: Umgekehrt haben ja auch Kinder- und Jugendliche... oft eine Vorstellung davon, was wir Erwachsene auf unseren Geräten machen und sehen uns vielleicht auf Bildschimmen.

00:33:53: Und stellt sich vielleicht zu die Frage okay warum sind denn Erwachsenen jetzt so?

00:33:57: Warum dürfen Erwachserne solange auf Bild schimmern sein aber uns wollen sie begrenzen.

00:34:04: auch da ist dieser Punkt.

00:34:05: Erwachserne benutzen digitale Geräte ja meistens nicht umzuzocken oder für Unterhaltung.

00:34:16: durchaus werden wir auch durch diese Geräte unterhalten, aber ganz oft verwenden wir digitale Geräten zum Arbeiten oder zur Recherche.

00:34:31: Mit älteren Jugendlichen ist es tatsächlich sinnvoll die Bildschirmzeit, die sie haben sich mal genauer anzuschauen, nämlich reflektiert zu betrachten was in dieser Bildschirmzeit tatsächlich passiert.

00:34:48: Also nicht nur auf die Stundenzahl zu schauen, sondern wirklich zu schauen wie viel der Zeit fließt denn in was genau?

00:35:00: Was davon ist zum Beispiel ein Unterricht gefallen?

00:35:04: was davon ist in Socializing mit Freunden gefallen, wie viel ist konzentrierter Arbeit gewesen?

00:35:12: Wie viele war denn?

00:35:13: endloses Scrollen in irgendwelchen Plattformen wo sich der oder die Jugendliche vielleicht danach schlechter fühlt als zuvor und so weiter.

00:35:24: Und auch aus diesem Grund gibt es nicht eine Einzelne Zahl, die man so als Höchstzahl in den Raum werfen kann.

00:35:36: Ich weiß das ist jetzt vielleicht eine sehr unzufriedene Erkenntnis aus dieser Podcastfolge heute aber ich möchte hier wirklich den Tipp geben mehr dem Blick bei älteren Jugendlichen darauf zu legen was denn genutzt wird und wofür es genutzed wird vor allem hier auch wirklich genau darauf zu achten, wie schaut denn das restliche Leben aus?

00:36:00: Gibt es genug Zeit für Schlafbeziehungen und so weiter und sofort.

00:36:06: Und für den analogen Raum.

00:36:09: Gleichzeitig soll das jetzt natürlich nicht heißen die jugendlichen sollen einfach auf sich selber schauen und dass wird schon passen und sie werden ja schon gut im Griff haben sondern auch Jugendliche brauchen weiterhin Schutz Orientierung und Begleitung durch Erwachsene, aber die Begleitung schaut einfach anders aus als bei einem dreijährigen oder sechsjährigen Kind.

00:36:29: Also es verändert sich auch die Rolle von weg von ich kontrolliere deine Minuten sondern eher hin zu.

00:36:41: Ich helfe dir dabei deine Nutzung wirklich selbst einschätzen zu können und deine Nutzung wenn möglich qualitativ hochwertig zu machen.

00:36:51: Das ist natürlich viel viel anspruchsvoller als jetzt irgendwo irgendeinen Timer zu setzen für eine Zeit, denn was bedeutet das letztendlich für Wachsene?

00:37:02: Es bedeutet natürlich auch dass wir das aushalten müssen, dass wir nicht jede Entscheidung eines Jugendlichen kontrollieren trifft sowieso auf ganz viele andere Bereiche des jugendlichen Alltags zu.

00:37:17: Und für Jugendliche heißt das halt auch, dass sie lernen müssen, dass Selbstständigkeit auch im digitalen Raum jetzt nicht bedeutet, dass Sie jede einzelne Krente grundsätzlich immer als persönlicher Angriff nehmen müssen und das merke ich in Gesprächen mit Jugendlichen.

00:37:36: es wird oft ein persönlicher Angriff, wenn es zum Beispiel um das Thema Schlaf geht.

00:37:42: Weil Jugendliche erzählen mir in Workshops ganz oft dass sie das Handy bis tief in den Nachten nutzen egal jetzt ob das für Kommunikation mit Freunden ist oder ob das jetzt ist um ja endlos durch irgendwelche Social Media Feeds durch zu scrollen.

00:37:59: und Da ist für mich dann dieser Punkt erreicht, wo Jugendliche sich auch die Frage stellen müssen okay dieses bis tief in den Nacht nutzen raubt mir das dann regelmäßig die Kraft für die Schule und für den Alltag.

00:38:16: Und da sind wir dann ja in einer Diskussion wo vielleicht Eltern trotz allem mal wirklich eine Grenze setzen müssen.

00:38:28: Da lautet dann das Anliegen halt irgendwie auch nicht mehr so, oder die Ansage an den Jugendlichen nicht mehr.

00:38:37: Also ich persönlich finde jetzt deine sechs Stunden, ich sage jetzt irgendwie deine Hausnummer, deine sechs stunden Bildschirmzeit optisch nicht mehr schön auf deinem Handy sondern tatsächlich mehr... Die Ansage du brauchst ausreichend Schlaf für deine Gehirneentwicklung Jugendliche vielleicht manchmal nicht ganz so greifbar, aber auch dieses Du brauchst ausreichend Schlaf um deinen nächsten Tag gut bewältigen zu können und damit es dir gut geht.

00:39:08: Und das sind wir tatsächlich dann bei einer ganzen anderen Grundlage für eine Vereinbarung mit Jugendlichen Auch wenn nach wie vor dieses dasselbe gilt Schule Beziehung Bewegungen und ich hab's jetzt eh schon mehrmals gesagt.

00:39:22: Also Ihr seht schon, Zeit ist nicht bedeutungslos aber sie ist für mich halt eher so eine Kontrollleuchte als irgendeine Diagnose.

00:39:36: Also wie soll ich sagen?

00:39:39: Sie zeigt da könnte etwas aus dem Gleichgewicht geraten sein.

00:39:43: Aber um zu verstehen ob wirklich was aus dem gleich Gewicht geratet ist muss ich hinter dieser Bildschirmzeit einfach genauer schauen.

00:39:54: Und ich habe es ganz zu Beginn schon gesagt, nicht jedes Kind braucht dasselbe.

00:40:01: Also erstens mal müssen wir natürlich vom Alter abhängig schauen was brauchen Kinder und Jugendliche?

00:40:08: aber auch Kinder und Jugendliche des selben Alters brauchen nicht immer dasselwe.

00:40:17: Auch das ist etwas was ich merke was da sehr oft verloren geht in dieser ganzen Diskussion Diskussion und Bildschirmzeit.

00:40:26: Zwei gleichaltrige Kinder oder zwei gleichaltreiche Jugendliche sind nicht immer gleich.

00:40:33: Das hast du selbst sicher auch schon mal beochtet, es gibt immer Kinder die tun sich mit etwas leichter.

00:40:38: Die tun sich leichter mit einem Spiel aufzuhören.

00:40:42: Und dann gibt's Kinder die brauchen mehr Begleitung dabei, mehr Unterstützung dabei um mit etwas auf zu hören.

00:40:48: Genauso Wenn wir dann so im Schulalter sind, egal jetzt ob Volksschule oder Unterstufe oder Oberstufer da gibt es Kinder und Jugendliche die nutzen einen Gruppenchat ganz massiv weil sie sich dadurch extrem verbunden fühlen mit den ersten Kollegen.

00:41:06: Und dann gibt's wieder andere.

00:41:08: denen ist das absolut egal ob sie in diesem Gruppen Chat überhaupt drinnen sind usw.. Die Kinder, die schauen sich eine halbe Stunde irgendwelche Videos an und sind danach irgendwie total zufrieden und trennen von selber ab und machen irgendwas anderes.

00:41:28: Analoges!

00:41:29: Und dann gibt es aber wiederum Kinder, sie sind nach dieser halben Stunde Video so aufgewühlt dass sie total schwer zur Ruhe kommen.

00:41:40: Deswegen ist es mir auch wichtig zu sagen Alter ist zwar eine wichtige Orientierung gar keine Frage.

00:41:48: Aber Alter ist nicht die vollständige Beschreibung eines Kindes und gute Medienbegleitung schaut meiner Meinung nach deswegen immer auch auf beides, also einerseits was ist in dieser Entwicklungsphase grundsätzlich mal wichtig?

00:42:07: aber auch was braucht dieses konkrete Kind?

00:42:10: Was braucht mein Kind oder was brauchen die Kinder die ich begleite?

00:42:16: Und was genau soll jetzt zu dieser Grenze schützen?

00:42:21: Damit kommen wir eigentlich wieder zurück zu unserer Ausgangsfrage.

00:42:25: Wie viel Bildschirmzeit ist okay und vielleicht ist das gar nicht so die falsche Frage, aber aus meiner Sicht ist es ganz oft die falsch erste Frage!

00:42:39: Weil die erste Frage sollte nicht lauten wie viele Bildschirmenzeit ist ok sondern... Die erste Frage sollte konkret lauten, was macht mir denn gerade Sorgen?

00:42:53: Geht's mir um den Schlaf.

00:42:54: Geht es mir um die fehlende Bewegung?

00:42:56: Gehts mir darum dass ich der Meinung bin, der Inhalt ist nicht altersgerecht?

00:43:03: oder gehts mir darum das ich nicht ständig Streit beim Aufhören haben möchte?

00:43:08: Gehen wir darum dass Ich Nicht Möchte Dass Mein Kind Digitalgeräte Verwendet?

00:43:14: oder geht es mir darum, dass im Alter kaum noch irgendein anderes Platz hat.

00:43:20: Und du siehst schon allein jetzt sind etliche Fragen von meiner Seite gekommen und erst wenn du all diese Fragen oder einen Teil der Fragen oder welche Fragen auch immer bei dir aufpoppen für dich beantworten kannst dann lässt sich aus meiner Sicht eine Grenze sinnvoll begründen.

00:43:41: weil dann heißt es halt nicht einfach und ich sage jetzt wieder eine Ausnummer, dann heißt es nicht einfach zwei Stunden sind zu viel sondern dann heißt vielleicht x Minuten.

00:43:55: am Tag und nachts bleibt das Handy garantiert außerhalb deines Zimmers weil du benötigst Schlaf.

00:44:02: Das ist jetzt eine mögliche Antwort von tausenden möglichen Antworten.

00:44:08: oder aber dann sagst du vielleicht nicht dieses Angebot passt noch nicht zu deinem Alter oder diese Zeitspanne passt noch nie zu deinm Alter.

00:44:18: Oder du sagst, wir vereinbaren ein Ende damit nachher noch Zeit für was anderes bleibt und so weiter.

00:44:26: Das können weiterhin Zeitgrenzen sein.

00:44:28: weißt du was ich mein?

00:44:29: Aber die Zahl ist dann nicht mehr die Begründung für sich selbst weil aktuell in dieser Bildschirmzeit Diskussion wird ganz oft die Zahl als Begründen hergenommen sondern dann passiert vielleicht, dass diese Zahl einem konkreten Anliegen dient.

00:44:51: Und je länger ich über diese Frage nachdenke und dieser Folge ist heute tatsächlich viel länger geworden als ursprünglich geplant.

00:44:58: aber desto länger ich darüber eben nachdenken desto weniger interessiert mich persönlich diese eine perfekte Zahl.

00:45:06: nicht weil die Zahl egal wäre ums nochmal zu wiederholen sondern weil sich meiner Meinung nach die Begleitung verändern muss, wenn ein Kind größer wird.

00:45:17: Und ja am Anfang wählen wir Erwachsene ganz stark aus und begrenzen und bleiben dabei aber später ist es so dass wir mehr erklären und das wir in Verhandlung treten und irgendwann sollten junge Menschen einfach selbst immer besser darin werden kennen zu können, wann ihnen digitale Medien guttun und was ihnen guttut.

00:45:45: Und wenn sie ihnen irgendetwas Wichtiges ermöglichen oder aber auch... ...wann das eben beginnt zu viel Raum einzunehmen?

00:45:54: Und darum lautet wie gesagt die erste passende Frage nicht!

00:46:00: Ich weiß ich wiederhol mich, aber ich möchte es einfach nochmal sagen Die erste passende Frage sollte nicht lauten.

00:46:08: Wie viel Bildschirmzeit ist okay?

00:46:10: Sondern was braucht dieses Kind, dieser Jugendliche in diesem Alter?

00:46:16: und welchen Platz sollten digitale Medien dabei haben?

00:46:22: Ja aber ganz viele diese Woche!

00:46:25: Und auch kommende Woche wird es ganz viele ja-was wieder geben.

00:46:29: Wir hören uns nächste Woche Bis dann Baba.

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